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Fussball WM 2010

Zum ersten Mal in der Geschichte wird mit Südafrika ein Land des so genannten schwarzen Kontinents eine Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten.

Entsprechend emsig gibt man sich am Kap der Guten Hoffnung: die Stadion-Bauarbeiten und der Ausbau der städtischen Infrastruktur liegen im Zeitplan.

Vietentours hat mit den Planungen für die WM 2010 gleich nach der WM in Deutschland begonnen. Unsere Mitarbeiter konnten sich bei Inspektionsreisen schon davon überzeugen, dass das Land und die zahlreichen Gäste aus aller Welt eine farbenfrohe und fröhliche Weltmeisterschaft in neun attraktiven Städten erleben werden.

Das Herz der WM wird zweifelsohne in Johannesburg, dem wirtschaftlichen Zentrum des südlichen Afrikas, schlagen. Gleich zwei der insgesamt zehn WM-Arenen befinden sich in der Millionenstadt. In Johannesburg und Umgebung werden fast zwei Drittel aller Spiele stattfinden. In der benachbarten Hauptstadt Pretoria, in Rustenburg, nur 200km entfernt auf dem Wege nach Sun City  sowie in den etwas weiter entfernten Städten Bloemfontein, Nelspruit und Polokwane.

In Kapstadt, einer der schönsten Städte der Welt mit dem Wahrzeichen des Landes, dem Tafelberg, findet ein Halbfinale statt. Noch weiter östlich an der Küste und an der traumhaften Gartenroute liegen zwei weitere Austragungsorte: Port Elizabeth und Durban, wo auch die Auslosung der Qualifikationsgruppen statt fand.

Südafrika ist eines der attraktivsten und aufregendsten Länder der Erde. Wildlife-Resorts und Lodges sind über das ganze Land verteilt. Auf Jeep-Safaris in Wildcamps fühlen Sie sich wie im Filmklassiker Jenseits von Afrika. Im Krügerpark erleben Sie die sogenannten Big Five: Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn und Büffel.
Geniessen Sie ein Bri, ein Barbecue, oder ein Farewell Dinner unter dem Sternenhimmel in der Wüste.

Südafrika bietet eine einzigartige Vielfalt an Möglichkeiten für Incentives und Events. Südafrika 2010 wird eine Kombination aus Fußball-Euphorie, farbenfrohen Fanfesten und einzigartigen Sehenswürdigkeiten und Naturerlebnissen, mehr unter Reiseangebote.
 



Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3
1. Portugal Portugal 1. Griechenland Griechenland 1. Tschechien Tschechien
2. Schweden Schweden 2. Israel Israel 2. Polen Polen
3. Dänemark Dänemark 3. Schweiz Schweiz 3. Nordirland Nordirland
4. Ungarn Ungarn 4. Moldawien Moldawien 4. Slowakei Slowakei
5. Albanien Albanien 5. Lettland Lettland 5. Slowenien Slowenien
6. Malta Malta 6. Luxemburg Luxemburg 6. San Marino San Marino
Gruppe 4 Gruppe 5 Gruppe 6
1. Deutschland Deutschland 1. Spanien Spanien 1. Kroatien Kroatien
2. Russland Russland 2. Türkei Türkei 2. England England
3. Finnland Finnland 3. Belgien Belgien 3. Ukraine Ukraine
4. Wales Wales 4. Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 4. Weißrussland Weißrussland
5. Aserbaidschan Aserbaidschan 5. Armenien Armenien 5. Kasachstan Kasachstan
6. Liechtenstein Liechtenstein 6. Estland Estland 6. Andorra Andorra
Gruppe 7 Gruppe 8 Gruppe 9
1. Frankreich Frankreich 1. Italien Italien 1. Niederlande Niederlande
2. Rumänien Rumänien 2. Bulgarien Bulgarien 2. Schottland Schottland
3. Serbien Serbien 3. Irland Irland 3. Norwegen Norwegen
4. Litauen Litauen 4. Republik Zypern Republik Zypern 4. Mazedonien Mazedonien
5. Österreich Österreich 5. Georgien Georgien 5. Island Island
6. Färöer Färöer 6. Montenegro Montenegro  


Austragungsorte Fussball WM 2010
 

Als Austragungsorte wurden zehn Stadien in neun Städten ausgewählt:

Stadt Stadion Kapazität
Johannesburg Soccer City 96.000
Durban King-Senzangakhona-Stadion 70.000
Kapstadt African Renaissance Stadium/Green-Point-Stadion 68.000
Johannesburg Ellis-Park-Stadion 60.000
Tshwane/Pretoria Loftus-Stadion 52.000
Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth Nelson-Mandela-Bay-Stadion 46.000
Nelspruit Mbombela-Stadion 43.500
Mangaung/Bloemfontein Free-State-Stadion 40.000
Polokwane Peter-Mokaba-Stadion 40.000
Rustenburg Royal-Bafokeng-Stadion 40.000

Das FNB-Stadion in Johannesburg, auch Soccer-City-Stadion genannt, wird der Austragungsort des Eröffnungsspiels und des Finalspieles sein. Das Stadion ist ein reines Fußballstadion und bietet derzeit Platz für etwa 80.000 Zuschauer. Es soll bis zur WM komplett modernisiert und überdacht sein und auf eine Kapazität von etwa 96.000 Plätze erweitert werden. Die beiden Halbfinalspiele finden in Kapstadt und Durban statt, das Spiel um Platz drei wird in Port Elizabeth ausgetragen.

Insgesamt werden im Soccer City sowie in Kapstadt und Port Elizabeth acht Partien stattfinden, der Ellis Park wird wie das Stadion in Durban Schauplatz für 7 Spiele sein. In Rustenburg, Bloemfontain und Pretoria werden jeweils 6 Spiele ausgetragen. Für die beiden Stadien in Polokwane und Nelspruit stehen jeweils vier Vorrundenpartien an.[1]

 

Teilnehmer

Es werden 32 Nationalmannschaften aus folgenden Kontinentalverbänden antreten:

  • UEFA (Europa): 13
  • CAF (Afrika): 5 plus Gastgeber Südafrika
  • AFC (Asien) und OFC (Ozeanien ohne Australien): 5 (4,5 + 0,5; Play-off),
  • CONMEBOL (Südamerika) und CONCACAF (Nord- und Mittelamerika): 8 (4,5 + 3,5; Play-off)

Die Auslosung der Gruppen für die Qualifikation fand während des Preliminary draw am 25. November 2007 in Durban statt.

 

Organisation

Das Gesamtvolumen der Investitionen für die Weltmeisterschaft beträgt laut den Bewerbungsunterlagen von Südafrika 825 Millionen US-Dollar. Etwa 467 Millionen Euro will das Organisationskomitee der WM durch Kartenverkäufe einnehmen, lokale Sponsoren sollen etwa 47 Millionen beisteuern.

 

Eintrittskarten

Für das Turnier werden insgesamt etwa 3,2 Millionen Tickets zur Verfügung stehen. Etwa eine Million wird für die Fans in Südafrika reserviert, eine weitere Million können Fans aus dem Ausland erwerben. Die letzte Million geht an Sponsoren, Mitglieder der FIFA und an die Spieler. Der Ticketverkauf soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 beginnen.

Die Preise für die Eintrittskarten sind in vier Kategorien geteilt und erstrecken sich von US$ 20 in der Kategorie 4 bei einem Gruppenspiel bis US$ 900 für eine Endspielkarte der Kategorie 1. Die rund 480.000 Eintrittskarten der Kategorie 4 sind den Einwohnern von Südafrika vorbehalten. Erstmals wird ein Kartenfonds eingerichtet werden, der 120.000 Freikarten der Kategorie 4 für alle Spiele beinhaltet. Diese Karten werden an Einwohner des Gastgeberlandes verschenkt, die sich sonst kein Spiel live anschauen könnten.[2]

 

Infrastruktur

Die internationalen Flughäfen Johannesburg, Kapstadt und Durban werden derzeit ausgebaut, um dem erhöhten Fluggastaufkommen zur WM gerecht zu werden. Insgesamt gibt es zehn Flughäfen, die Großflugzeuge abfertigen können.

Zudem wird in der Metropolregion zwischen Pretoria und Johannesburg eine neue Metrolinie, die Gautrain, gebaut. Außerdem sollen die vorhandenen über 20.000 Kilometer Zugstrecke modernisiert werden.

Das Straßennetz von über 73.000 Kilometer asphaltierten Straßen und Autobahnen ist bereits jetzt in einem sehr guten Zustand. Der Stadionbau in Port Elizabeth und Nelspruit ist im vollen Gange, und die restlichen Neubauten wurden im Januar begonnen.

 

Probleme

Nach Berichten der Inspektorengruppe des Weltfußballverbandes FIFA sind Transportsysteme, Telekommunikation, Hotellerie und die medizinische Versorgung auf einem sehr guten Niveau und für die Weltmeisterschaft gerüstet. Kritisiert wird die mangelnde Sicherheit im Land, jedoch habe die Regierung des Staates die Mittel und das Wissen, die WM ohne Probleme zu veranstalten.

Dennoch gibt es innerhalb der nächsten zwei Jahre noch erhebliche Mängel zu beheben. Die Verkehrsinfrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs muss erheblich verbessert werden. Außerdem besteht laut Berichten südafrikanischer Medien, bedingt durch steigende Baupreise und den Mangel an heimischen Fachkräften, eine Budgetlücke von rund 270 Millionen Euro.

 

Sponsoren

Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft/Sponsoren

Im Vergleich zur WM 2006 hat die Fifa ein neues Sponsoring-Konzept entwickelt. Neben sechs bereits feststehenden ständigen Fifa-Partnern (Adidas, Sony, Hyundai, Coca-Cola, Visa International und Emirates Airline) gibt es zwischen sechs und acht weitere Fifa-WM-Sponsoren und sechs nationale Förderer.

Bisher stehen McDonald’s, Budweiser und Mobile Technology Networks als Fifa-Sponsoren fest. Die ersten bekannten nationalen Förderer sind die First National Bank und Telkom SA Limited.

 

Die Weltmeisterschaft im Fernsehen

In Deutschland werden ARD und ZDF mindestens 46 der 64 Spiele des Turniers live übertragen. Die restlichen maximal 18 Partien zeigt der Pay-TV-Sender Premiere. RTL wird davon einen Teil live im Free-TV zeigen, darunter ein Viertelfinalspiel.[3]

 

Auslosung

Die Auslosung zur Finalrunde wird am 4. Dezember 2009[4] in Kapstadt[5] stattfinden. Als Gruppenkopf der Gruppe A ist der Ausrichterverband Südafrika gesetzt.[6]

Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
 Südafrika Südafrika B1 C1 D1
A2 B2 C2 D2
A3 B3 C3 D3
A4 B4 C4 D4
Gruppe E   Gruppe F Gruppe G Gruppe H
E1 F1 G1 H1
E2 F2 G2 H2
E3 F3 G3 H3
E4 F4 G4 H4

 

Spielplan

Erste Runde

 

Gruppe A

Fr., 11. Juni 2010 in Johannesburg (Soccer City)
Südafrika A2 -:- (-:-)
Fr., 11. Juni 2010 in Kapstadt
A3 A4 -:- (-:-)
Mi., 16. Juni 2010 in Tshwane/Pretoria
Südafrika A3 -:- (-:-)
Do., 17. Juni 2010 in Polokwane
A4 A2 -:- (-:-)
Di., 22. Juni 2010 in Rustenburg
A2 A3 -:- (-:-)
Di., 22. Juni 2010 in Mangaung/Bloemfontein
A4 Südafrika -:- (-:-)

 

Gruppe B

Sa., 12. Juni 2010 in Johannesburg (Ellis-Park-Stadion)
B1 B2 -:- (-:-)
Sa., 12. Juni 2010 in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth
B3 B4 -:- (-:-)
Do., 17. Juni 2010 in Johannesburg (Soccer City)
B1 B3 -:- (-:-)
Do., 17. Juni 2010 in Mangaung/Bloemfontein
B4 B2 -:- (-:-)
Di., 22. Juni 2010 in Durban
B2 B3 -:- (-:-)
Di., 22. Juni 2010 in Polokwane
B4 B1 -:- (-:-)

 

Gruppe C

Sa., 12. Juni 2010 in in Rustenburg
C1 C2 -:- (-:-)
So., 13. Juni 2010 in Polokwane
C3 C4 -:- (-:-)
Fr., 18. Juni 2010 in Kapstadt
C1 C3 -:- (-:-)
Fr., 18. Juni 2010 in Johannesburg (Ellis-Park-Stadion)
C4 C2 -:- (-:-)
Mi., 23. Juni 2010 in Tshwane/Pretoria
C2 C3 -:- (-:-)
Mi., 23. Juni 2010 in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth
C4 C1 -:- (-:-)

 

Gruppe D

So., 13. Juni 2010 in Durban
D1 D2 -:- (-:-)
So., 13. Juni 2010 in Tshwane/Pretoria
D3 D4 -:- (-:-)
Fr., 18. Juni 2010 in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth
D1 D3 -:- (-:-)
Sa., 19. Juni 2010 in in Rustenburg
D4 D2 -:- (-:-)
Mi., 23. Juni 2010 in Nelspruit
D2 D3 -:- (-:-)
Mi., 23. Juni 2010 in Johannesburg (Soccer City)
D4 D1 -:- (-:-)

 

Gruppe E

Mo., 14. Juni 2010 in Johannesburg (Soccer City)
E1 E2 -:- (-:-)
Mo., 14. Juni 2010 in Mangaung/Bloemfontein
E3 E4 -:- (-:-)
Sa., 19. Juni 2010 in Durban
E1 E3 -:- (-:-)
Sa., 19. Juni 2010 in Tshwane/Pretoria
E4 E2 -:- (-:-)
Do., 24. Juni 2010 in in Rustenburg
E2 E3 -:- (-:-)
Do., 24. Juni 2010 in Kapstadt
E4 E1 -:- (-:-)

 

Gruppe F

Mo., 14. Juni 2010 in Kapstadt
F1 F2 -:- (-:-)
Di., 15. Juni 2010 in in Rustenburg
F3 F4 -:- (-:-)
So., 20. Juni 2010 in Nelspruit
F1 F3 -:- (-:-)
So., 20. Juni 2010 in Mangaung/Bloemfontein
F4 F2 -:- (-:-)
Do., 24. Juni 2010 in Polokwane
F2 F3 -:- (-:-)
Do., 24. Juni 2010 in Johannesburg (Ellis-Park-Stadion)
F4 F1 -:- (-:-)

 

Gruppe G

 

Di., 15. Juni 2010 in Johannesburg (Ellis-Park-Stadion)
G1 G2 -:- (-:-)
Di., 15. Juni 2010 in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth
G3 G4 -:- (-:-)
So., 20. Juni 2010 in Johannesburg (Soccer City)
G1 G3 -:- (-:-)
Mo., 21. Juni 2010 in Kapstadt
G4 G2 -:- (-:-)
Fr., 25. Juni 2010 in Nelspruit
G2 G3 -:- (-:-)
Fr., 25. Juni 2010 in Durban
G4 G1 -:- (-:-)

 

Gruppe H

Mi., 16. Juni 2010 in Durban
H1 H2 -:- (-:-)
Mi., 16. Juni 2010 in Nelspruit
H3 H4 -:- (-:-)
Mo., 21. Juni 2010 in Johannesburg (Ellis-Park-Stadion)
H1 H3 -:- (-:-)
Mo., 21. Juni 2010 in Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth
H4 H2 -:- (-:-)
Fr., 25. Juni 2010 in Mangaung/Bloemfontein
H2 H3 -:- (-:-)
Fr., 25. Juni 2010 in Tshwane/Pretoria
H4 H1 -:- (-:-)

 

Achtelfinale

1 26. Juni 2010 Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth 1. Gruppe A 2. Gruppe B -:- (-:-)
2 26. Juni 2010 Rustenburg 1. Gruppe C 2. Gruppe D -:- (-:-)
3 27. Juni 2010 Johannesburg (Soccer City) 1. Gruppe B 2. Gruppe A -:- (-:-)
4 27. Juni 2010 Mangaung/Bloemfontein 1. Gruppe D 2. Gruppe C -:- (-:-)
5 28. Juni 2010 Durban 1. Gruppe E 2. Gruppe F -:- (-:-)
6 28. Juni 2010 Johannesburg (Ellis Park) 1. Gruppe G 2. Gruppe H -:- (-:-)
7 29. Juni 2010 Tshwane/Pretoria 1. Gruppe F 2. Gruppe E -:- (-:-)
8 29. Juni 2010 Kapstadt 1. Gruppe H 2. Gruppe G -:- (-:-)

 

Viertelfinale

1 2. Juli 2010 Johannesburg (Soccer City) Sieger Achtelfinale 1 Sieger Achtelfinale 2 -:- (-:-)
2 2. Juli 2010 Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth Sieger Achtelfinale 5 Sieger Achtelfinale 6 -:- (-:-)
3 3. Juli 2010 Kapstadt Sieger Achtelfinale 3 Sieger Achtelfinale 4 -:- (-:-)
4 3. Juli 2010 Johannesburg (Ellis Park) Sieger Achtelfinale 7 Sieger Achtelfinale 8 -:- (-:-)

 

Halbfinale

1 6. Juli 2010 Kapstadt Sieger Viertelfinale 1 Sieger Viertelfinale 2 -:- (-:-)
2 7. Juli 2010 Durban Sieger Viertelfinale 3 Sieger Viertelfinale 4 -:- (-:-)

 

Spiel um Platz 3

10. Juli 2010 Nelson Mandela Bay/Port Elizabeth Verlierer Halbfinale 2 Verlierer Halbfinale 1 -:- (-:-)

 

Finale

11. Juli 2010 Johannesburg (Soccer City) Sieger Halbfinale 2 Sieger Halbfinale 1 -:- (-:-)

 

Sonstiges

Präsentation der neun Austragungsorte während der EM 2008 in Wien

Das offizielle Logo des Turniers wurde nach einjähriger Entwicklung am 7. Juli 2006 im Rahmen einer offiziellen Pressekonferenz in Berlin durch den südafrikanischen Staatspräsidenten Thabo Mbeki präsentiert. Es stellt in abstrakter Form einen Spieler beim Ansatz zum Fallrückzieher dar.

Der offizielle Spielball wird, wie schon bei den anderen Weltmeisterschaften, von Adidas gefertigt werden.

Bereits ein Jahr vor der WM findet der Konföderationen-Pokal 2009 vom 14. bis 28. Juni in Südafrika statt. Er dient, wie schon bei der WM 2006 in Deutschland, als Generalprobe für das Großereignis im Folgejahr. Wegen erheblicher Bedenken, ob die Bauarbeiten am Nelson-Mandela-Bay-Stadion rechtzeitig beendet werden können, hat das Organisationskomitee den Austragungsort gestrichen. Die WM-Generalprobe wird daher nur in vier Stadien (Johannesburg, Pretoria, Rustenburg und Bloemfontein) stattfinden. Des Weiteren besteht die Diskussion, ob die WM 2010 überhaupt in Südafrika stattfinden wird, gibt es doch erhebliche Verzögerungen beim Bau der Stadien. Das Motto der Endrunde wurde am 25. November 2007 bekannt gegeben: „Ke Nako. Celebrate Africa’s Humanity“. „Ke Nako“ bedeutet „Es ist Zeit“. „Celebrate Africa’s Humanity“ bedeutet Afrikas Menschlichkeit feiern. Frei übersetzt bedeutet der Slogan also: „Es ist Zeit Afrikas Menschlichkeit zu feiern“. Das Motto soll Afrikas größte Ressource, nämlich die Wärme, Freundlichkeit, Bescheidenheit und Menschlichkeit seiner Einwohner, herausstellen.

Am 22. September 2008 wurde Zakumi als offizielles WM-Maskottchen der Öffentlichkeit vorgestellt. Es stellt einem Leoparden da. Das "ZA" steht dabei für Gastgeber Südafrika und "Kumi" bedeutet in mehreren Sprachen 10.

 

Fußball-WM 2010: Der Endspurt hat begonnen   Quelle: SalzgitterAG 


 
Fußball ist im Kommen, besonders bei schwarzen Jugendlichen in Südafrika. Hier präsentieren einige Kinder den Spielball der WM 2010
 
Die Generalprobe startet am 14. Juni. Mit der Begegnung Südafrika gegen Irak startet der Konföderationenpokal 2009, die sogenannte Mini-WM. Qualifiziert sind neben den sechs „Erdteilmeistern“ Weltmeister Italien und Gastgeber Südafrika. Das weltweite Interesse gilt bei diesem Confed-Cup allerdings weniger dem sportlichen Resultat als der großen Frage, wo der Gastgeber der WM 2010 ein Jahr vor Beginn der Großveranstaltung steht. Zur Beruhigung eines vorweg: Es sieht gut aus, zumindest was die Infrastruktur betrifft. Nachdem die WM jahrelang auf des Messers Schneide stand, weil u. a. der Stadionbau einfach nicht in Schwung kam und die Fifa sogar überlegte, Südafrika die WM wegzunehmen, hat sich die Lage entspannt. Vier der zehn Arenen – in Pretoria, Bloemfontein, Rustenburg und das Ellis-Park-Stadion in Johannesburg – sind bereits fertiggestellt und können für den Confed-Cup genutzt werden. Aber auch die übrigen sechs liegen gut in der Zeit. Die WM 2010 wird in insgesamt zehn Stadien ausgespielt: Außer den vier genannten kommen noch die Arenen von Port Elizabeth, Kapstadt, Durban, Nelspruit und Polokwane (früher Pietersburg) hinzu, außerdem das Soccer-City- Stadion in Johannesburg, wo Eröffnungsspiel und Finale stattfinden. „Alle Stadien werden bis Ende 2009 fertig sein“, verspricht Danny Jordaan, Chef des südafrikanischen Organisationskomitees. Und Horst R. Schmidt vom DFB sagt: „Die Qualität der Stadien ist mit den europäischen Arenen zu vergleichen.“ Der frühere DFB-Generalsekretär, der die Fußball- WM in Deutschland 2006 organisierte, steht dem südafrikanischen Organisationskomitee auf Wunsch der Fifa seit 2007 beratend zur Seite (Lesen Sie dazu auch das Interview auf Seite 11). Zweites Sorgenkind war und ist die Sicherheit. Noch immer liegt die Mordrate Südafrikas bei jährlich über 38 pro 100 000 Einwohner, in Deutschland beträgt sie etwa eins zu 100 000. Horst R. Schmidt: „Wir empfehlen Gruppenreisen, um das Risiko zu minimieren.“
 
Johannesburg
 
Johannesburg
Die Außenhaut des Soccer-City-Stadions in Johannesburg soll nach Fertigstellung wie eine Schlangenhaut glänzen. Hier finden 2010 das Eröffnungsspiel und das Finale der WM statt
 
Prägender Werkstoff der Stadienneubauten ist auch in Südafrika Stahl. Die Salzgitter AG, die für mehrere WM-Arenen in Deutschland 2006 lieferte (u. a. für München, Hannover und Gelsenkirchen), ist in Südafrika wieder mit dabei: Für das Stadion in Durban stellte die Ilsenburger Grobblech GmbH insgesamt 1125 Tonnen Stahl her (mehr darüber lesen Sie auf der Seite 13). Den Architekten ist es mit ihren Stadionentwürfen auf beeindruckende Weise gelungen, südafrikanische Themen aufzugreifen. Die Arena in Nelspruit zum Beispiel, drei Autostunden nordöstlich von Johannesburg gelegen. Sie liegt eingebettet in sanfte Hügel, ist nicht zu protzig, die Stützpfeiler sind Giraffenhälsen nachempfunden – eine Hommage an die Tiere im nahen Krüger- Nationalpark. Oder das Soccer-City-Stadion in Johannesburg, dessen Außenverkleidung später wie eine Schlangenhaut glänzen soll. Schließlich die Arena in Durban, die das Thema Apartheid aufgreift: Mit einer 100 Meter hohen Bogenkonstruktion, die ein Symbol für das Zusammenwachsen der Nation sein soll. Und ganz nebenbei ist auf diesem Bogen auch noch ein Skywalk geplant, der dem Besucher nicht nur einen Blick auf Durban selbst, sondern auch eine einzigartige Aussicht auf den nahen Indischen Ozean bieten wird. Und die Südafrikaner? Fiebern Sie der WM im eigenen Land nun endlich wenigstens ein bisschen entgegen? Das Interesse wächst. Auch wenn Fußball nach Rugby und Cricket nur die Nummer drei ist – es wird so langsam.
 
Bloemfontein
 
Bloemfontein
Im Free-State-Stadion in Bloemfontein finden vier Spiele des diesjährigen Confed-Cups statt
 
Kapstadt
 
Kapstadt
Blick auf die Baustelle des Green-Point-Stadions in Kapstadt. Der Golfplatz im Vordergrund ist übrigens gerade geschlossen worden – er wird verlegt
 
Rustenburg
 
Rustenburg
Das Royal-Bafokeng-Stadion ist das kleinste der WM-Arenen – und wurde am 28. März mit dem Spiel Südafrika gegen Norwegen (2:1) eröffnet
 
Nehmen wir Joe Mthimka. Er zieht sein rechtes Bein ein wenig hinter sich her, als er zu dem staubigen Platz geht. Vor vielen Jahren brach er es sich und erlebte, was Tausende Menschen hier in Gugulethu, einem Township 15 Kilometer von Kapstadt, kennen: „Keine Krankenversicherung, keine ordentliche Behandlung“, sagt der 53-Jährige, „so ist das nun mal.“ Trotzdem hat er sich zu einem der besten Jugendtrainer Kapstadts entwickelt, einer, der nie Grenzen kannte: Schon zu Apartheid-Zeiten trainierte er eine Mannschaft mit weißen Kindern, er ist hier eine Legende. Langsam kommt die A-Jugend der Cape Town Pirates vom Feld. Sie haben ein paar Touristen mitspielen lassen, lachen mit ihnen, klopfen den hoffnungslos unterlegenen Gästen auf die Schulter. Mthimka hat ein paar Sprüche für die Gäste parat („bedingt WM-tauglich“), dann analysiert er einige Spielzüge, die Jugendlichen hängen an seinen Lippen. Menschen wie er sind die Seele des südafrikanischen Fußballs. In rund 400 Tagen, dem Tag des Finales am 11. Juli 2010, wird klarer sein, wie viel Seele des afrikanischen Fußballs es tatsächlich in die zehn WM-Stadien geschafft hat. Wie viele von Mthimkas Jungs sich Karten leisten konnten und ob die Weltmeisterschaft, die am 11. Juni 2010 beginnt, wirklich so vieles zum Guten verändert hat, wie die Südafrikaner hoffen. Daran glauben inzwischen zumindest immer mehr. 77 Prozent der Südafrikaner geben einer aktuellen Umfrage eines Marktforschungsunternehmens zufolge an, sie seien heute zuversichtlicher für den Erfolg des Turniers als noch bei der Vergabe im Jahr 2004. Sogar 91 Prozent erwarten eine bessere Infrastruktur und 83 Prozent höheres Ansehen im Ausland. Anlass zu Optimismus gibt es mittlerweile reichlich. Nachdem die Fifa vor einem Jahr noch mehr oder weniger offen eine Verlegung der WM erwogen hatte, ist ihr Präsident Joseph Blatter nach Inspektionstouren voll des Lobes: „Wir haben vollstes Vertrauen, dass Südafrika dieses Turnier organisieren kann“, betonte er, „auch wenn wegen der Wirtschaftskrise nicht der gleiche Ertrag wie 2006 zu erwarten ist.“ Doch die Nachfrage nach Eintrittskarten ist immens. Schon nach einer Woche der ersten Verkaufsphase waren 800 000 der insgesamt drei Millionen Tickets weg – und das in einem Optionsmodell, weil vor Dezember die Teilnehmer und Spielpaarungen noch gar nicht feststehen. Binnen 24 Stunden gab es eine Viertelmillion Bewerbungen für Tickets. Mthimkas Spieler gehören nicht dazu, obwohl es in der billigsten Kategorie für Südafrikaner schon ab zwölf Euro Tickets gibt. Nur: Zwölf Euro bedeuten für viele Einheimische ein halbes Monatsgehalt …
 

Toooooor für Afrika: Wie die Fußball-WM für mehr Verständnis sorgt

„LADUMA. Fußballfieber mit IQ!“ – gelebte Freundschaft über das Ereignis hinaus

„LADUMA. Fußballfieber mit IQ!“ – gelebte Freundschaft über das Ereignis hinaus
 
Fußballfreundschaft: U17-Spieler des südafrikanischen Erstligisten Moroka Swallows und des TSV 1860 München beim Jugend-Drive-Dialog in Berlin
Wie leben die Kinder und Jugendlichen in Afrika? Was bewegt sie? Und welche Wünsche sind mit der Fußball-WM 2010 verknüpft? Fragen, mit denen sich bis Mitte April 900 000 Schüler von 4000 deutschen Schulen befassten. Der Kreativ-Wettbewerb stand unter dem Motto „LADUMA. Fußballfieber mit IQ.“ Er wurde ins Leben gerufen mit der Absicht, die UN-Millenniumsziele einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Die UN-Millenniumsziele: Acht Projekte, die von den Vereinten Nationen gemeinsam mit der Weltbank, der OECD und mehreren Nichtregierungsorganisationen erarbeitet wurden und die bis zum Jahr 2015 Wirklichkeit werden sollen. Im Mittelpunkt steht der Einsatz gegen Armut, Hunger, Krankheiten und Kindersterblichkeit sowie die Förderung von einer Gleichberechtigung der Geschlechter, von Schulbildung, ökologischer Nachhaltigkeit und dem Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung. Mit dem Abschluss des LADUMASchulwettwerbs endet das Projekt nicht etwa, sondern nimmt im WM-Jahr 2010 neuen Anlauf für eine zweite Runde. Dann sind Südafrika und seine Nachbarländer der Schauplatz für eine große, medienbegleitete Informationstour zu den UN-Millenniumszielen. Die abenteuerliche Fahrt quer durch das Land wird an den unterschiedlichsten Stationen Halt machen und herausragende Projekte vorstellen. LADUMA – das heißt „es donnert!“ auf Zulu und wird im übertragenen Sinn für „Toooor!“ gerufen. Einen Einblick in den fußballerischen Stand der Dinge erhielten die LADUMA-Initiatorinnen Antoinette und Doris Pospischil anlässlich der Eröffnung des ersten fertiggestellten WM-Stadions in Südafrika. Prominente wie Fußballstar Philipp Lahm und Helen Zille, die Oberbürgermeisterin von Kapstadt, unterstützen LADUMA.
 
wm2010
 
90. Geburtstag von Nelson Mandela: LADUMASchirmherrin Heidemarie Wieczorek-Zeul signiert am 18. Juli 2008 eine Glückwunschkarte am Brandenburger Tor
Die Schirmherrschaft übernahm Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Antoinette Pospischil, Herausgeberin des internationalen Businessmagazins „Drive“ und Initiatorin von LADUMA, sieht das Massenmedium Fußball vor allem als Transporteur der Botschaft: „Die Jugendlichen von heute sind die Entscheider von morgen, deshalb ist es dringend notwendig, mit ihnen in den Dialog einzutreten und ihnen die Wirkung von sozialem Engagement bewusst zu machen. Denn nur wer sich schon in der Jugend der Verantwortung für sich und andere stellt und soziale Kompetenzen beweist, kann als Erwachsener seinen Beitrag leisten.“ Zu den weiteren Initiatoren von LADUMA gehören das internationale Businessmagazin „Drive“, das Unicef-Projekt „Schulen für Afrika“ der Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts e.V., die One-Kampagne und das Internationale Kindercamp Villa Sans Souci gemeinsam mit Berliner Schulen. Das Programm für LADUMA II in Südafrika 2010 steht unter der Obhut des LADUMA Team of Excellence, das am 25. Mai in Pretoria gegründet wurde. Dem Organisationsteam gehören zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Sport an. Mehr zu dem LADUMA-Projekt unter www.laduma-iq.com
 

Horst R. Schmidt: „Südafrika wird rund um die Spiele totale Sicherheit bieten“

Interview mit dem Schatzmeister des DFB, der die WM-Organisatoren im Auftrag der Fifa berät

Der Berater
Der Berater
Horst R. Schmidt, 67, amtierender DFBSchatzmeister, berät die Organisatoren der WM 2010 im Auftrag der Fifa. Schmidt gehört dem DFB seit 1972 an, war u. a. 15 Jahre lang Generalsekretär und Organisator der WM 2006 in Deutschland
Er reist jeden Monat für eine Woche nach Johannesburg und berät das 100-köpfige Organisationskomitee der Südafrikaner. Und Horst R. Schmidt, Schatzmeister des DFB, weiß, wovon er spricht: 2006 organisierte er die WM in Deutschland, die zu einer der gelungensten in der langen WM-Geschichte zählt.

stil Als Fifa-Chef Sepp Blatter Sie 2007 fragte, ob Sie den Beraterjob für Südafrika übernehmen wollten – wussten Sie eigentlich, was auf Sie zukommt?
horst r. schmidt Ein klares Anforderungsprofil gab es dafür tatsächlich nicht. Zunächst ging es darum, möglichst viel Wissen der WM 2006 nach Südafrika zu transferieren. Ich war mir auch nicht sicher, wie das dort ankommt. Letztlich habe ich einen Weg gesucht, meine Beratung anzubieten, ohne den handelnden Personen auf den Geist zu gehen oder den Eindruck der Bevormundung zu vermitteln. Das ist sehr positiv aufgenommen worden.

stil Wie oft sind Sie vor Ort?
schmidt Jeden Monat für etwa eine Woche.

 stil Auf welche Aufgaben konzentrieren Sie sich?
schmidt Neben der Infrastruktur – dem Bau der Stadien und der Transportfrage – habe ich mich von Anfang an besonders für die Sicherheitsproblematik interessiert. stil Stichwort Sicherheit: Kann man es eigentlich jemandem guten Gewissens empfehlen, zur WM zu reisen? schmidt Südafrika wird 2010 totale Eventsicherheit bieten. Die Spielorte, die Transportwege von den Bahnhöfen, Flughäfen sowie den Unterkünften zu den Stadien werden sicher sein. Aber es gibt sicher auch Gegenden, für die man bei der WM keine Besuchsempfehlungen ausstellen kann. Grundsätzlich empfehlen wir Fußballfans, sich nicht allein auf den Weg zu machen, sondern organisierte Reisen zu buchen. Aber das sei hier auch mal gesagt: Südafrika ist ein fantastisches Land mit fantastischen Menschen. Der Eindruck, der manchmal in Deutschland entsteht, wird den Leuten dort nicht gerecht.

stil Wie sieht es mit der Infrastruktur aus?
schmidt Dass die zehn WM-Stadien rechtzeitig fertig werden, steht mittlerweile außerhalb der Diskussion. Auch die Überlandstraßen und Flughäfen sind auf Vordermann gebracht. Probleme bereitet uns noch die Frage der Unterbringung, es gibt zu wenig Hotelzimmer. Es hängt ja auch davon ab, welche Länder sich für die WM qualifizieren. Sind es mehr kleine Verbände mit entsprechend weniger Fans oder große? So oder so brauchen wir aber noch jede Menge Privatquartiere.

stil Was sind die größten Organisationsunterschiede zwischen der WM 2006 und der WM 2010?
schmidt Die Anstrengung in Südafrika ist ungleich höher als in Deutschland. Im Zusammenhang mit der WM investiert die Regierung umgerechnet knapp 15 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur, in den Ausbau von Flughäfen, Straßen und Bahnstrecken – in Deutschland waren es 3,5 Milliarden. Entsprechend wichtiger ist die WM auch für die Zukunft Südafrikas.

stil Man hört, Sie kümmern sich sogar um Details wie den richtigen Rasen auf den Trainingsplätzen der WM-Teilnehmer?
schmidt Der Rasen ist bei den Spielen und auf den Trainingsplätzen enorm wichtig, nicht nur für den Spielbetrieb, sondern auch für den Eindruck, der medial von einer WM entsteht. Trotz des Winters, der bei der WM herrschen wird, müssen sie ein gutes Grün zeigen, was in Südafrika eine besondere Herausforderung darstellt. Das WM-Organisationskomitee hat wie 2006 eine Expertengruppe beauftragt, die mit verschiedenen Grassorten experimentiert.

stil Haben Sie schon eine Vorstellung vom 11. Juni 2010, dem Tag des Eröffnungsspiels bei der WM?
schmidt Ich werde wahrscheinlich ähnlich nervös sein wie vier Jahre zuvor. Damals sah ich beim Eröffnungsspiel schon Stunden vor der Öffnung der Tore 30 000 Menschen vor dem Münchener Stadion stehen. Da schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Was, wenn jetzt eine elektronische Eingangskontrolle nicht funktioniert? Man macht sich über 1000 Dinge Sorgen. Aber am Ende hat dann alles geklappt. Ich bin guter Hoffnung, dass das nächstes Jahr auch so ist.
 

Rainer Holzschuh: „Wir können uns auf schnellen und noch kreativeren Fußball freuen!“

Der Chefredakteur des Fußballmagazins „Kicker“ über seine Favoriten – und unsere Elf

Der Chefredakteur des Fußballmagazins „Kicker“ über seine Favoriten – und unsere Elf
 
Er beobachtet das internationale Fußballgeschehen seit mehr als 40 Jahren – und war in den 80er- Jahren auch Pressesprecher des DFB: Rainer Holzschuh, 64. STIL sprach mit dem Chefredakteur des Fußballmagazins „Kicker“ über die sportlichen Aspekte der anstehenden Fußball-WM – und über die Entwicklung des Fußballs in den nächsten Jahrzehnten.

stil Bei all den bekannten Risiken: War die Entscheidung richtig, die WM nach Südafrika zu geben?
rainer holzschuh Auch wenn zwischendurch immer wieder Fragen, gar Zweifel auftauchten: Afrika war dran mit der Vergabe. Südafrika ist ein traumhaft schönes Land. Die vorhandenen Probleme zu bewältigen dürfte diesem Volk ein Ziel geben, um das es zu kämpfen lohnt und nach dem erwarteten Erfolg auch ein großes Stück mehr Zukunftsvisionen bringt.

stil Worin sehen Sie den sportlichen Wert der WM in Südafrika?
holzschuh Leider herrscht zur WM-Zeit Winter in Südafrika, auch wenn er anders ausgeprägt ist als in Mitteleuropa. Aber der Fußball entwickelt sich auch heute noch, vielleicht sogar schneller als früher. Die WM in Südafrika bietet die Chance, noch kreativer Fußball zu spielen als bei den beiden letzten Weltmeisterschaften. Spaniens Nationalmannschaft hat bei der letzten Europameisterschaft ein fantastisches Zeichen gesetzt.

stil Der afrikanische Fußball war ja schon einmal weiter als heute. Wird die WM dem Sport auf diesem Kontinent neuen Schwung geben?
holzschuh Alle qualifizierten afrikanischen Nationen werden die WM 2010 als „ihre WM“ betrachten. Mit diesem „Heimvorteil“ im Rücken und den in europäischen Spitzenmannschaften noch intensiver geschulten Weltstars wie Drogba, Adebayor, Eto’o, Essien kann erstmals eine afrikanische Mannschaft bis unter die letzten vier kommen.

stil Wir gehen mal davon aus, dass sich die deutsche Nationalmannschaft für die WM qualifiziert: Wo sehen Sie die deutsche Elf ein Jahr vor der WM, wo stimmt es schon, wo fehlt es noch?
holzschuh Es gibt so viele Aspekte, dass der Platz nicht ausreicht – positiv wie negativ. Zum einen sehe ich noch etliche Gefahren für die Qualifikation, weil die technischen Mängel bei vielen deutschen Spielern nach wie vor der Weltklasse hinterherhinken – das schnelle Passspiel ist nur rudimentär möglich, und die taktischen Defizite werden gegen defensiv stehende Teams immer wieder deutlich. Zudem fehlt es an einer breiter aufgebauten Hierarchie im Team. Positiv fallen die in entscheidenden Situationen präsente Kampfkraft und der unerschütterliche Siegeswille ins Gewicht – ein seit Jahrzehnten erprobtes Erfolgsmittel.

stil Wie beurteilen Sie die bisherige Arbeit von Bundestrainer Löw?
holzschuh Jogi Löw ist ein sehr intelligenter Trainer und ein akribischer Arbeiter. Er muss mit den Spielern „leben“, die ihm die Bundesliga präsentiert. Die Ansätze des Trainerteams sind hervorragend, manchmal in der Umsetzung zu kompliziert. stil Welche Spieler würden Sie noch in den Kader für die WM hineinnehmen? holzschuh Das ist oft ein Kurzzeit-Geschäft. Aber ich kann mir vorstellen, dass neben dem aktuellen Kader noch Talente wie der Neu-Stuttgarter Gebhart, Bochums Mavraj, Dortmunds Hummels, Leverkusens Kroos oder Schalkes Höwedes auf den Zug springen.

stil Wer ist für Sie der Torwart Nummer eins in Deutschland?
holzschuh Ich stehe auf Leverkusens Adler. stil Wer wird Weltmeister, wie heißen für Sie die Favoriten? holzschuh Weit vorn Spanien und England, sicherlich Argentinien; wie üblich mit Chancen Deutschland. Das große Fragezeichen ist für mich Brasilien.

stil Mal ganz allgemein gefragt: Was macht für Sie den Reiz des Fußballs aus?
holzschuh Wenn ich nach einer schnellen Ballstafette ein herrliches Tor erlebe, bin ich auch heute noch aus dem Häuschen. Fußball kann so langweilig sein, aber auch so wunderschön!

stil Wohin entwickelt sich der Fußball spielerisch und taktisch in den nächsten 20 Jahren?
holzschuh Zu immer größerem Tempound Direktspiel, zu noch mehr Laufarbeit, zu schnellerem Umschalten von Defensive auf Offensive.

stil Tor-Schiedsrichter, Kamera, „Einschuss“ statt Einwurf: An welche Regeländerungen wird sich nicht nur der Fan gewöhnen müssen?
holzschuh Ich hoffe an keine. Weil ich auch mit Regeländerungen nicht viel Positiveres bewirke. Mit „Oberschiedsrichtern“ und TV-Entscheidungen verzögere ich nur alle Abläufe.

stil Zurück zur WM 2010: Wie wird der „Kicker“ das Ereignis begleiten? Reisen Sie selbst nach Südafrika? Laufen jetzt schon erste Vorbereitungen?
holzschuh Für mich beginnt die Vorbereitung auf eine WM immer mit dem Abpfiff der letzten WM. Ich war bereits dreimal in Südafrika, u. a. wegen Auslosung, vielen Gesprächen mit Organisatoren, möglichen Partnern etc. Wir werden mit zwölf bis vierzehn Redakteuren zur WM reisen, jedes Spiel covern, über jedes Team Storys schreiben – da bedarf es einer ausgeklügelten strategischen Vorbereitung.
 

Ein Bogen mit Symbolcharakter

Durban
 
Durban
Hingucker ist die 100 Meter hohe Bogenkonstruktion über dem Stadion
 

Keine WM ohne Salzgitter-Stahl: Für die Arena in Durban kam Grobblech aus Ilsenburg

Keine WM ohne Salzgitter-Stahl: Für die Arena in Durban kam Grobblech aus Ilsenburg
In Hannover wurden die einzelnen Elemente für den Stadionbogen gefertigt. Nach ihrer Fertigstellung wird die Arena in Durban ein Hingucker sein
Eine aufwendige Bogenkonstruktion aus Ilsenburger Grobblech bildet das Herzstück des neu entstehenden WM-Stadions in Durban. Dort wird die zweitgrößte WM-Arena Südafrikas mit einem Fassungsvermögen von rund 70 000 Zuschauern gebaut. Sie ist damit etwa so groß wie die Allianz-Arena in München. Die Bogenkonstruktion ist 100 Meter hoch. Die Eiffel Deutschland Stahltechnologie GmbH (ehemals Krupp Stahlbau) verarbeitete in Hannover 1125 Tonnen Stahl der Güte S 355 aus Ilsenburg zu einem doppelläufigen Bogen, der das Spielfeld auf einer Länge von 340 Metern überspannen wird. Etwa auf der Hälfte sollen sich die beiden Bögen zusammenschließen und dann parallel zum anderen Ende des Stadions verlaufen. Abgewickelt hat das Geschäft der Salzgitter Mannesmann Stahlhandel in Hannover. Die Bögen in Durban sollen nach den Jahrzehnten der Apartheid ein Symbol für das Zusammenwachsen der Nation darstellen. Gleichzeitig soll der gesamte Komplex, aus der Luft betrachtet, die südafrikanische Flagge nachempfinden. Die Gäste des Stadions erwartet noch ein weiterer Höhepunkt: Auf dem Brückenbogen ist ein Skywalk geplant, der den Besuchern nicht nur einen Blick auf die Drei-Millionen-Metropole Durban selbst, sondern auch eine einzigartige Aussicht auf den nahen Indischen Ozean bieten wird.

 

Weblinks


Quelle dieser Angaben: http://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9Fball-Weltmeisterschaft_2010#Auslosung